Kanias Märchenstunde

Durch mehrere Beschlüsse des Engelsbrander Gemeinderates  zieht sich wie ein roter Faden die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der geplanten Windkraftanlagen. Zur Klärung dieser Frage beauftragte der Gemeinderat den von ihm eingerichteten Runden Tisch. Bislang waren weder Juwi noch die  Verfechter der Windkraftanlagen trotz ständiger Nachfrage bereit, fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorzulegen. Das verwundert auch nicht weiter, denn laut GR Kleile geht es bei dem Thema Windkraft um Ideologie und da stören Fakten nur.

Die Vertreter der BI haben in der Sitzung des Runden Tisches am 21. Mai eine detaillierte und auf geltenden Standards beruhende Wirtschaftlichkeitsrechnung vorgelegt. Mit dem erarbeiteten DV-basierten Instrument können die Werte der einzelnen Parameter verändert werden, damit unterschiedliche Bedingungen im Rahmen von  Simulationsrechnungen möglich sind. Den Windkraftverfechtern wurde angeboten, diese Simulationsrechnungen gemeinsam durchzuführen, damit auch deren Szenarien bei der Berechnung berücksichtigt  werden können. Aus dem Dunstkreis der Energiegruppe wird ohne Kenntnis der Methodenstruktur versucht, die Berechnungen  als fehlerhaft (Hahn) oder nutzlos (Kania) darzustellen.  Der Unternehmer Schauer hat in seinem Beitrag im Blättle vom 12. Juni ausführlich dargelegt, warum der Vorwurf der Fehlerhaftigkeit ins Leere geht. Er hat auch die für jedermann einsehbaren Quellen aufgeführt, aber einen echten Ideologen fechten belegbare Zahlen nicht an.

Herr Kania hält Herrn Schauer vor, „die Recherchen der BI als Fakten dar(zu)stellen“. Schauer stellt aber nicht die Recherche als Faktum dar, sondern er bezieht sich in seiner Argumentation  auf beleg- und nachweisbare Zahlen. Dass die BI den Windpark Simmersfeld zum Vergleich heranzieht, liegt daran, dass genau dieser Windpark von den Befürwortern immer als Musterbeispiel und Vorbild für Engelsbrand angeführt wurde.

Herr Kania erwähnt in seinem Leserbrief auch Zahlen, nimmt es mit diesen aber nicht so genau.  So nennt er für Simmersfeld eine mittlere Windgeschwindigkeit von 4,5m/s, laut Windatlas sollen es in 140m Nabenhöhe aber 5,1m/s sein. Sodarmessungen haben in 125m Nabenhöhe angeblich 6,8m/s ergeben. Ganz dick streicht Kania die Reduzierung der Nabenhöhe von 125m auf 100m heraus. Eine solche Reduzierung hat es aber nicht gegeben, was aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts Karlsruhe ganz eindeutig hervorgeht (http://openjur.de/u/355139.html). Ursprünglich waren in Simmersfeld 15 Anlagen geplant, 10 davon mit einer Nabenhöhe von 125 m. Die dortige Bürgerinitiative erreichte lediglich, dass ein Windrad weniger erstellt wurde. Im  Windpark stehen also 10 Windräder mit einer Nabenhöhe von 125m, was der Betreiber Altus AG auf seinen Internetseiten auch so ausweist. Transnet benennt  für jedes einzelne Windrad die Einspeisung. Die Unwirtschaftlichkeit beruht entgegen Kanias Behauptungen nicht auf der reduzierten Nabenhöhe, sondern schlicht und einfach darauf, dass im Nordschwarzwald einfach zu wenig Wind weht.

Nicht wenige Menschen, die komplexere Sachverhalte intellektuell  nicht durchdringen können oder wollen, versuchen in Diskussionen die Sachebene zu verlassen und ihnen nicht genehme Sachverhalte als fehlerhaft oder nutzlos darzustellen. Hätte sich Herr Kania mit der Berechnungsmethode der BI vertraut gemacht, dann hätte er nicht so einen Unsinn geschrieben wie „So fallen leider die wichtigsten Kriterien wie Windgeschwindigkeiten und Anlagenhöhen unter den Tisch.“ Wie kann er eine solch ungeheuerliche Behauptung aufstellen, ohne die Berechnugsmethode zu kennen? Aber die Absicht ist ja auch eindeutig: Im Vorfeld der Präsentation der Empfehlungen des Runden Tisches wird Stimmung gemacht. Was angeblich nutzlos ist, mit dem braucht man sich nicht zu beschäftigen. Die Verantwortlichen in unserer Gemeinde dürften aber zu klug sein, als dass sie sich durch  Kaniasches Störfeuer von einer intensiven Beschäftigung mit der Wirtschaftlichkeitsrechnung abhalten ließen.

Prof. Dr. Hans-Manfred Niedetzky

 

Leserbrief

 

Windkraftgegner bündeln sich in MV

 

Am 19.6.2014 veröffentlichte der TV-Sender NDR

Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern auf

Video-Text Seite 162 die Meldung, daß sich im Bereich Mecklenburgische Seenplatte 17 BI´s gebündelt hätten, mit dem Zweck weitere WKA´s zu verhindern, um die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden durch Lärm,

Infraschall, Schattenwurf, Blinklichter und Eiswurf im Winter zu schützen.

Damit ist bewiesen, daß Herr Melzer vom Potsdam-Institut vorsätzlich und wissentlich die Unwahrheit gesagt hat mit der Behauptung: „In ganz Norddeutschland gäbe es nicht solche Widerstände gegen WKA´s wie in dem merkwürdigen Dorf im Schwarzwald“ (gemeint hat er damit Engelsbrand).

Am 19.6.14 meldete TV-RP im Video-Text, daß auf der Autobahn in Rheinhessen zwei Schwertransporter mit je 60 m Länge, beladen mit Rotorblättern für WKA´s, auf dem Seitenstreifen stehen würden. Grund: Sie können nicht um eine Kurve!

Am 20.6.14 kam dann die Meldung, daß die Polizei die Weiterfahrt zum Windpark Göllheim erlaubt habe.

Wenn ein 60 m Transport auf der Autobahn nicht um eine Kurve kommt, wie kommt er dann von der B 294 durchs Grösseltal nach Engelsbrand?

Diese Behauptung hat Frau Pierau (Juwi) beim letzten Runden Tisch aufgestellt und mit einer Straßenkarte zu belegen versucht. Diese Strecke hat von Juwi sicher noch niemand befahren.

 

Hermann Weimar, Engelsbrand

 

 
Runder Tisch: Befürworter verweigerten Teilnahme am letzten Runden Tisch
 
Mit GR-Beschluss vom 9.10.2013 wurde der Runde Tisch ins Leben gerufen. 
 
Die Aufgabe der Arbeitsgruppe ist die Prüfung der ökologischen und ökonomischen Sinnhaftigkeit der Errichtung von WKA für Engelsbrand. 
 
Die Ängste und Sorgen der Bevölkerung sollten Ernst genommen werden. 
Alle Sitzungen sollten zur Schaffung größtmöglicher Transparenz öffentlich sein.
 
Dieser Beschluss wird von den Befürwortern missachtet und nicht befolgt, sie verweigerten sich einer Teilnahme am letzten geplanten Runden Tisch am Dienstag, den 3.Juni !
 
Die Ängste und Sorgen der Mitglieder der BI und die der Bürgerinnen und Bürger werden von den Vertretern des GR, darunter drei Gemeinderäte nicht ernst genommen.
 
In den bisherigen Sitzungen haben die Vertreter der Bürgerinitiative unter der Nennung objektiver Quellen nachgewiesen, dass
 
·       der Eingriff in unseren Lebensraum fatal ist
 
·       die Menschen in Engelsbrand tatsächlichen, aber von Amtsseite ignorierten Gesundheitsgefahren ausgesetzt werden
 
·       dieser schwere Eingriff in unser Lebensumfeld nicht durch übergeordnete Vorteile gerechtfertigt ist (Kohlekraftwerke, nicht Windräder ersetzen die Atomkraft, der CO2-Ausstoss steigt usw.)
 
·       die WKA mit einer an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Private Anleger werden ihr Geld verlieren.
 
Der Bau von Windrädern ist damit weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Diese Erkenntnisse sind vom GR im weiteren Prozess zu berücksichtigen. So will es der Bürgerentscheid.
 
Die vom GR entsandten Mitglieder verweigerten sich nun dem wichtigsten Termin: 
Der gemeinsamen Feststellung der Arbeitsergebnisse und dem Aussprechen der Empfehlungen in einer öffentlichen Sitzung, obwohl Transparenz das oberste Ziel des Verfahrens sein sollte.
 
Wir sind zutiefst enttäuscht über das Verhalten der Befürworter und fassungslos ob der fadenscheinigen Begründung des Fernbleibens. 
Der wahre Grund scheint eine tiefsitzende Angst zu sein, unseren Argumenten nichts entgegen setzen zu können. 
In den bisherigen öffentlichen Sitzungen hatte sich dies abgezeichnet. 
Die Arbeit des künftigen Gemeinderates wird schon jetzt durch dieses Verhalten mit einer schweren Hypothek belastet. 
 
Viele wichtige und offene Fragen, die eigentlich schon gelöst sein könnten, müssen nun durch das neue Gremium erneut zeitaufwändig bearbeitet werden.
 
BI "Abstand zur Windkraft Engelsbrand"
 

Haben Sie gewußt …

 

daß die thermische Sanierung des Rathauses in Salmbach abgeschlossen ist?

Herr Hahn bezeichnet das als großen Erfolg der Energie-

Gruppe. Er hat dabei durch seine grüne Brille folgendes nicht erkannt:

1. Das Gebäude ist zwischen 1890 und 1899 erbaut wor-

    den. Das genaue Datum konnte mir Herr Herb aus den

    Akten nicht nennen. Es ist also rund 120 Jahre alt.

2. Die Sanierungsmaßnahmen hat Herr Hahn am

    8.5.2014 in seinem Bericht „Feuer aus“ ausführlich ge-

    schildert. Ich habe mich bei Herrn Herb erkundigt, was

    die Sanierung gekostet hat und wie viel Heizöl pro

    Jahr eingespart wird.

Die Zahlen haben mich überrascht, ja sogar entsetzt.

 

Sanierungskosten                           350 000 Euro

Zuschüsse                               -      178 000 Euro

Gemeinde Engelsbrand                  172 000 Euro 

                                                        ==========                                                     

 

Heizöl-Einsparung pro Jahr ca. 5 000 Euro.

 

Amortisation

aus Gesamtkosten       350 000 Euro

Öleinsparung                    5 000 Euro           =  70  Jahre

 

Gemeindeanteil            172 000 Euro

                                         5 000 Euro            = 34,4 Jahre

 

Da es sich bei dem Gemeindeanteil und den Zuschüssen gesamt = 350 000 Euro um Steuermittel handelt, muß man von Verschwendung sprechen und die Energie-Gruppe zur Verantwortung ziehen.

Niemand kann sagen wie lange das Gebäude noch standhält. Durch die unnötige Außendämmung kann die Ausdünstung der versammelten Menschen nicht mehr entweichen, das Stützholz wird feucht, verfault und verliert an Standfestigkeit.

 

Hermann Weimar, Engelsbrand

 

 

Hurra, Herr Hahn schaut über den

Tellerrand

 

Herr Hahn hat am 5.6.2014 berichtet, daß E.ON bis Ende 2014, 180 neue regelbare Ortsnetztransformatoren in Betrieb nehmen will.

Nur übersieht Herr Hahn hierbei zwei Dinge:

1. Diese RONT-Technik gibt es bereits seit Jahrzehnten

    und ist nichts Neues, sondern ein alter Hut, verpackt in

    einer neuen Pressemitteilung.

2. Wir sind EnBW-Land und da wird E.ON niemals ohne

    vertragliche Regelung RONTs installieren.

Übrigens: Mit dieser Methode wird der von den „Grünen“ so herbei gesehnte Vorteil, geringe Spannungsverluste, zu Nichte gemacht. Jede Regelung bedeutet Verluste.

Damit ist wieder einmal bewiesen, daß Sie nichts von

E-Technik verstehen.

 

 

Hermann Weimar, Engelsbrand

 

Leserbrief

 

Juwi vor dem Untergang???

 

Das Magazin „Bilanz“ titelt in seiner Ausgabe Juni 2014 auf Seite 14 „Windige Geschäfte - Die fälschlicherweise gefeierte Juwi AG braucht dringend Geld. Die Geschäftsmethoden der Gründer sind Gegenstand von Untersuchungen, Anleger fürchten um ihr Geld.

Ein neuer Fall Prokon?“

Nachdem die Bilanzvorlage für 2013 zweimal verschoben und ein neuer Termin nicht anberaumt wurde, bangt die Deutsche Bank um den Konsortialkredit in Höhe von 250 Millionen Euro, den sie für drei beteiligte Institute verwaltet. Sie hat deshalb Sanierungsfachleute des Beratungsunternehmens Roland Berger in die Juwi-Zentrale nach Wörrstadt entsandt.

Erstes Ergebnis: „ Die Berater empfehlen, neue Investoren in das Unternehmen zu holen. Überdies soll Matthias Willenbacher den Vorstandsposten räumen.“

Weiter wird berichtet: „Gegen Willenbacher hat die Staatsanwaltschaft Thüringen mittlerweile Anklage wegen Korruption erhoben. Der Monetenempfänger, Thüringens ehemaliger Innenminister Christian Köckert (56), wurde bereits zu 15 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil er gleichzeitig auch als Eisenacher Beigeordneter über Windkraft-Verträge des Unternehmens mitentschieden hatte. Bei Köckerts Gerichtsverhandlung hatte Zeuge Willenbacher die Aussage verweigert.

Die Eisenacher Querelen werfen ein trübes Licht auf das Juwi-Geschäftsgebaren: Der Kampf um die Standorte für die bei Anrainern verhassten Windräder wird härter.“

Dieser Bericht ist für alle interessant, besonders auch für BM Alexander Uhlig in Pforzheim.

Bei der voreiligen Unterzeichnung des Gestattungsvertrags mit Juwi hat BM Uhlig mit Sicherheit die Verwaltungsvorschrift (Korruptionsverhütung und –bekämpfung) nicht beachtet und damit seine Existenz und die seiner Familie gefährdet.

Glücklicherweise hält sich unser BM Bastian Rosenau an diese Vorschrift.

 

Hermann Weimar

Engelsbrand

 

Konsequent

 

Unwahrer Leserbrief von Herrn Michael Hahn vom

5. Juni 2014

 

Herr Hahn hat zum wiederholten Mal Tatsachen verdreht und bewußt so  auch wieder in seinem Brief vom 5.6.2014. Er zeigt sich als Meister verdrehter Tatsachen, so werde ich ihn in Zukunft nennen. Das Einzigste was er korrekt nennt, ist, daß die Liste „Lebenswertes Engels-

brand“ die stärkste Fraktion im GR geworden ist. Dabei läßt er den katastrophalen Absturz der „Grünen“ unter den Tisch fallen. Sie sind praktisch nur noch mit 1 ½ Stimmen im GR vertreten, denn Herr Reich darf in

Sachen WKA nicht mit abstimmen. Er ist bekanntlich

Geschäftsführer der Kommunalstrom GmbH und diese hat auch einen Kooperationsvertrag mit Juwi (Grund zur Befangenheit).

 

Stimmenvergleich

 

Lebenswertes Engelsbrand

niedrigste Stimmen Herr Hammann                         638             

Grüne

Frau Gläser max. Stimmen                                       463

(max. der Grünen)                            (./. 165)

Herr Reich                                        (./. 191)             447

 

Dieses Ergebnis erkennt Herr Hahn durch seine dicken grünen Brillengläser als Sieg.                                                                      

 

Hermann Weimar, Engelsbrand

 

Über Investitionsruinen, Machtspiele und eine "eigensinnige" Gemeinde

 

 

Der bislang letzte Runde Tisch zum Austausch der Faktenlage am 21.05.2014 führte bereits zu Beginn des Gesprächs beinahe zum Eklat. So erhielt Herr Melzer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung eine kurze Redezeit, in der er darüber resümierte, dass in Schleswig Holstein die Akzeptanz von Windkraftanlagen sehr hoch sei, ein Widerstand der Bürger sei den Betreibern dort nicht bekannt – die Bürgerinitiative hat darüber andere Informationen. Außerdem muss man sehen, dass diese Anlagen in Schleswig Holstein aufgrund der Windsituation wesentlich mehr Strom erwirtschaften können, als dies in einem Schwachwindgebiet wie Baden-Württemberg erreicht werden kann.

Des Weiteren bezeichnete er Baden-Württemberg mangels Erfahrung als rückständig hinsichtlich des Themas  Windkraftanlagen. Interessanter Weise läuft beispielsweise die Anlage in Langenbrand bereits seit 1999. Die Anleger haben so gut wie keine Ausschüttungen erhalten, weil die Anlage nicht wirtschaftlich läuft, die Einlage wurde bislang nur zu 50 % zurückbezahlt, weitere 50 % erfolgen erst, wenn die Anlage repowered wird, d.h. nach bisherigem Stand das bisherige 75 m hohe Windrad durch insgesamt 5 Windräder mit einer Höhe von 200 m ersetzt wird.

 

Das Thema Ökonomie war für die Zuhörer ebenfalls interessant zu verfolgen. So stellte die Bürgerinitiative anhand der Transnet-Daten dar, wie viel Kilowattstunden und damit Volllaststunden bislang die Windkraftanlagen in Baden-Württemberg erwirtschaftet haben. Interessant festzustellen, dass von 350 nur 14 Anlagen über die allgemein als wirtschaftlich betrachteten 2000 Volllaststunden liegen und davon wiederum nur eine sich in einem Waldgebiet auf 920 m ü.M. befindet. Anhand einer Simulationsberechnung, die durch eine renommierte Wirtschafts- und Steuerkanzlei in Pforzheim unterstützt wurde, konnte jeder recht leicht nachvollziehen, dass bei einem Ansatz von 2160 Volllaststunden, der deutlich über den bislang von anderen Windkraftanlagen erzielten liegt, eine Kapitalverzinsung von 2,5 % errechnet werden konnte. Bei den Präsentationen im Vorfeld des Bürgerentscheids waren 4-6 % benannt worden. Bereits mit knapp 2000 Volllaststunden war bei der Simulation ein Ergebnis der Kapitalverzinsung i.H.v. minus 5,5 % festzustellen. Frau Pierau von Juwi hätte diese Simulation beeinflussen können. Leider wollte sie die Anwesenden nicht am Ergebnis der bereits bestehenden Windgutachten, die nach 4 und 6 Monaten erstellt worden waren, teilhaben lassen. Wie erwartet, werden die Windmessergebnisse ein weiteres Mal nicht veröffentlicht. Die nicht nachprüfbare Aussage, dass die Ergebnisse über dem bislang Erhofften lägen, konnte die Simulationsberechnung letztendlich nicht zu einem positiveren Ergebnis führen.

 

Die Vertreter des Gemeinderats nahmen hierzu in der Form Stellung, dass sie empfahlen, den Gestattungsvertrag zu unterschreiben, dass die Ertragsgutachten durch Juwi in Auftrag gegeben werden können. Dadurch hätte weder Gemeinderat noch der Bürgermeister irgendwelche Einflussmöglichkeiten auf das weitere Verfahren. Der vorsichtige Kaufmann würde ein solches Risiko erst gar nicht eingehen. Und die rein ideologische Betrachtungsweise, die einen Ertrag im finanziellen Sinne nicht benötigt,   scheitert daran, dass die Betreibergesellschaft der Windkraftanlagen keine staatliche sondern eine private Investition ist.

 

Nicht unerwähnt soll der Kommentar eines Mitarbeiters des vorgenannten Potsdamer Instituts gegenüber ein paar Kritikern bleiben, dass wir eine eigensinnige Gemeinde (Zitat) seien. Wir sind eine Gemeinde mit Bürgern, die bei so wesentlichen Entscheidungen die Faktenlage sehr genau abwägen und sich von rein politischen  Betrachtungen und Lobbyisten nicht einfach überfahren lassen. Wie sich die Stadt Pforzheim nach ihrer übereilten Unterschrift des Gestattungsvertrages das schönrechnen wird, bin ich jedenfalls gespannt.

 

 

E. W., Engelsbrand

Wenn Du doch geschwiegen hättest!!

Diese Aussage des römischen Gelehrten Boethius dürfte einigen Lesern spontan in den Sinn gekommen sein, als sie im s`Blättle vom 22. Mai die Anzeige von Herrn Lange und den Leserbrief des Herrn Hahn zum Verhältnis des Einzelnen zum Gemeinwohl gelesen hatten.

Gemeinderat Lange war an den bisherigen Runden Tischen kaum durch Diskussionsbeiträge aufgefallen, die meiste Zeit über saß er schweigend da. Als er sich aber in der Sitzung vom 5. Mai bei der Diskussion über die gesundheitlichen Gefahren des Betriebs von Windrädern zu Wort meldete, löste er, nachdem sich ein ungläubiges Staunen gelegt hatte, eine heftige Debatte aus. Er bezog sich auf einen Bericht in der Zeitschrift Öko-Test, nach dem das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße folgendes Urteil gefällt hätte: „Die Gesundheit des Einzelnen muss gegenüber dem Gedanken eines vernünftigen Gemeinwohls zurückstehen.“

Auf Nachfragen sagte GR Lange, er würde nur ein Gerichtsurteil wiedergeben, brachte nach  mehrmaligem Hachhaken schließlich zum Ausdruck, daß er den Tenor des Urteils richtig fände. Da die Diskussionen am Runden Tisch aufgezeichnet werden, läßt sich der Ablauf der Debatte nachvollziehen, sodaß die Langesche Darstellung in der Anzeige ohne großen Aufwand richtiggestellt werden kann. Wenn GR Lange den Verantwortlichen der BI vorwirft, Tatsachen zu verdrehen und so Aggressionen zu wecken, dann zeigt es sich beim Lesen des Urteils sehr schnell, daß genau er dieses Geschäft betreibt.

Tatsache ist, daß die von Herrn Lange nach Öko-Test zitierte Aussage so im Urteil weder wörtlich noch sinngemäß zu finden ist. Redakteure von Zeitschriften wählen gerne plakative vereinfachende Zusammenfassungen, um Aufmerksamkeit zu erwecken. Das Verwaltungsgericht Neustadt hat in keiner Weise das vernünftige Gemeinwohl gegen die Gesundheit des Einzelnen in Stellung gebracht. Im zweiten Absatz des Urteils zu den Entscheidungsgründen ist zwar vom Gemeinwohl die Rede, aber nicht in Bezug auf gesundheitliche Beeinträchtigungen, sondern unter Bezugnahme auf das Landesstraßengesetz. Das Gericht erkennt zwar an, daß die Kläger ihr Grundstück während des Pollenflugs nur eingeschränkt nutzen können, lehnen aber gleichwohl einen Entfernungsanspruch der Birken unter Berücksichtigung der Güterabwägung ab.

Entscheidend war für das Gericht eben die nur vorübergehend eingeschränkte Nutzung des Grundstücks, nicht die Allergie an sich. Und hier zeigt sich, daß der Fall der Allergie nicht auf die WKA übertragbar ist, denn Birkenpollen fliegen nur einige Wochen, den WKA sind die Anwohner aber Jahr für Jahr, rund um die Uhr ausgesetzt.

Den Vogel in dieser Kontroverse schießt aber Herr Hahn ab, der in seinem Leserbrief den BI-Mitgliedern pauschal unterstellt, nicht richtig zitieren zu können und sich künstlich aufzublasen. Das ist schon lustig, wenn sich ein Unbedarfter zum Zitierpapst aufbläst. Wenn man schon zitiert, dann nicht aus Sekundärquellen wie Öko-Test sondern aus der Originalquelle. Der Originaltext ist beim Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße gegen Gebühr erhältlich. Ich habe mir den Urteilstext beschafft und brauche mich deshalb nicht wie die Herren Lange und Hahn auf`s Hörensagen beschränken. Vom Kabarettisten Dieter Nuhr gibt es eine schöne Autogrammkarte: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten“ Vielleicht haben einige Engelsbrander diesen Nuhrschen Spruch im Hinterkopf gehabt, als sie bei der Gemeinderatswahl zum Ausdruck brachten, daß sie solche Leute nicht oder nicht mehr im Gemeinderat haben wollen.

 

Prof. Dr. Hans-Manfred Niedetzky