Offizielle Mitteilung der

Bürgerinitiative Engelsbrand

Bericht über die erste Sitzung des Runden Tisches am 21.1.12014

 

Bürgerinitiative rettet Runden Tisch!

 

In der GR-Sitzung vom 9.10.2013 war es insbesondere für Herrn GR Kleile ein großes und persönliches Bedürfnis, die Grundlagen für einen Kompromiss in Sachen Windkraft auf dem Sauberg zu legen. Im Rahmen der Festlegung der „Auswahlkriterien“ und deren „Gewichtung“ am Runden Tisch am 21.1.2014, war es ihm enorm wichtig, dass ein Moderator neutral agieren wird: seiner Meinung nach, sogar weit über 50 %. Bei der anschließenden Wertung waren die Vertreter aus Gemeinderat und Energieteam leider nicht in der Lage, die vorher festgelegten „Auswahlkriterien“ und deren „Gewichtung“ fair und nachvollziehbar umzusetzen, mit der Begründung, dass eine mathematische Berechnung nicht zielführend sei. Ein Moderator, der daraufhin per Münzwurf ausgewählt wurde, wird nun einen äußerst schweren Stand haben. Leider kein guter Start für Gespräche, die ergebnisoffen und den Tatsachen verhaftet, geführt werden soll.

 

Die Vertreter der BI haben schon im Vorfeld bei der Auswahl des Moderatorenvorschlags und auch während der Sitzung alles getan, um der Sache einen guten Start zu geben. Dies wurde weder von den Vertretern der Presse, noch von den Vertretern des GR entsprechend gewürdigt. Das ist schade. Eine große Chance zur Vertrauensbildung wurde mutwillig vertan.

 

In der Zukunft werden wir strengstens darauf achten, dass die von allen Teilnehmern hoch eingestufte „Neutralität“ in der Moderation des Runden Tisches, im weiteren Verlauf der Gespräche strikt eingehalten wird.

 

 

Detaillierter Bericht der ersten Sitzung

 

Am Dienstag, den 21.1.2014 trafen sich die Mitglieder des Runden Tischs der Gemeinde Engelsbrand zum ersten Mal. Der Runde Tisch ist der vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitskreis, der die ökologischen und ökonomischen Vor- und Nachteile des Baus von Windkraftanlagen erarbeiten und zur öffentlichen Begutachtung aufarbeiten soll. Er ist damit Teil des Bürgerbeteiligungsprozesses in der Gemeinde Engelsbrand. Darüber hinaus können und sollen die gemeinsam erarbeiteten Argumente des „Für“ und „Wider“ in anderen Prozessen der Beurteilung, bspw. in Pforzheim und Langenbrand, verwendet werden.

 

Teilnehmer des Arbeitskreises

 

Aus dem Umfeld des Gemeinderates und der Energiegruppe wurden folgende Mitglieder benannt: Herr GR Rolf Böckle, Herr GR Reiner Lange, Herr GR Manfred Kleile und Herr Jörg Schempf (Energieteam). Für die BI Engelsbrand nahmen teil: Herr Bernd Clauss, Herr Thomas Kautz, Herr Prof. Dr. Hans-Manfred Niedetzky und Herr Alexander Mekyska.

 

 

 

 

Agenda der Sitzung am 21.1.2014

 

Auswahl eines Moderators für das weitere Verfahren:

  • Festlegung der Aufgabe und Rolle
  • Festlegung der Auswahlkriterien
  • Gewichtung der Auswahlkriterien
  • Auswahl des Moderators anhand der Gewichtung der Auswahlkriterien

 

 

Kurze Vorstellung der vorgeschlagenen Kandidaten für die Moderation

 

 

  • IFOK Institut ,Frau Dr. Kneipp, Berlin (Strategie- und Prozessberatung, Veranstaltungen, Moderation, Schwerpunkt: Konzepte für die Energiewende im Verkehr). Vorschlag von Herrn BM Rosenau

 

  • Heidelberger Institut für Mediation, Heidelberg (im Speziellen: Wirtschaftsmediation, Mediation in Organisationen, in diesen Bereichen stehen 13 Auswahlmoderatoren zur Verfügung), Vorschlag von den Vertretern der BI

 

  • Frank Ulmer, Stuttgart, (freiberuflicher Kommunikationsberater, Schwerpunkt: Beratungstätigkeit in der Energiewende, Bürgerbeteiligung und nachhaltige Entwicklung, Lehrbeauftragter zu den Themen der Bürgerbeteiligung, zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Energiemixen, Mitarbeit bei der vom Landesministerium organisierter Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung am integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept). Vorschlag von den Vertretern des Gemeinderats und Energiegruppe.

 

Verlauf der Diskussion

 

Nachdem man „Aufgabe und Rolle“ des Moderators festgelegt hatte, galt es die Auswahl-„Kriterien“ und deren „Gewichtung“ festzulegen.  Für beide Parteien hatte die „Neutralität“ des Moderators oberste Priorität und wurde bei der „Gewichtung“ für den Entscheidungsprozess mit 50% bewertet. Nachdem die weiteren 7 gemeinsam festgelegten Kriterien mit einer „Gewichtung“ von 5 -15% eingestuft wurden, sollten die Moderatorenvorschläge bewertet werden. Man einigte sich auf das System nach Schulnoten und begann mit der Beurteilung der „Neutralität“. Aufgrund der einschlägigen Erfahrungen und bereits durchgeführter Auftragsforschung des Kandidaten Ulmer in Sachen Windenergie, vergaben die Vertreter der BI diesem die Note 4. Die GR-Vertreter zuerst die Note 1 dann 2, was die Vertreter der BI als völlig absurd und nicht den Tatsachen entsprechend werteten. Dem Heidelberger Institut, das in Sachen Windkraft völlig unbeleckt ist (und auch deshalbseitens der BI vorgeschlagen wurde), vergaben die GR-Vertreter ebenso aus nicht nachvollziehbaren Gründen und genauso absurd die

Note 4.

 

Eine lange Diskussion folgte. Dabei wurde offenbar und auch von den GR-Vertretern gesagt, man könne ja die

„Neutralität“ nicht bewerten, da man keine Informationen habe. Auf den Hinweis der BI, dass die Vorschläge zur Auswahl der Moderatoren nun seit Wochen bekannt wären und man sich hätte informieren können und auch müssen, wurde nichts erwidert.

 

Auf ein Ergebnis konnte man sich nicht einigen. Der Kompromissvorschlag unserer BI-Vertreter, Herrn Ulmer mit einer 3 und dem Heidelberger Institut mit einer 2 in Sachen Neutralität zu bewerten, wurde nicht angenommen. Dies führte zu großer Verwunderung im Saal und bei den Vertretern der BI.

 

Wie von Herrn BM Rosenau vorgeschlagen, kam das IFOK-Institut ins Spiel. Um den Runden Tisch nicht gleich am ersten Tag mit einem Eklat zu beenden, sprachen sich unsere Vertreter für die Annahme des Kompromissvorschlages aus. Die GR-Vertreter lehnten auch diesen Kompromissvorschlag, den dritten dieses Abends, ab.

 

Danach entschied das Los. Herr Ulmer – und damit der Kandidat der GR-Vertreter, mit einer katastrophalen Neutralitätsprognose – gewann durch das Werfen einer Münze im Losverfahren.

 

Wir werden weiter berichten.

 

Ihre Bürgerinitiative Engelsbrand

 

Infraschall – oder die Manipulation als Instrument

Herr Kania hat in seinem Leserbrief vom 23.01.2014 manche korrekte Fakten herausgesucht:

Infraschall ist ein alltäglicher Bestandteil unserer Umwelt, und es gibt natürliche und künstliche Quellen. Herr Kania hätte hier noch aufführen können, dass sich sogar Erdbeben aufgrund des Infraschalls im Voraus feststellen lassen und dass auch nordkoreanische Atomversuche per Infraschall in Deutschland gemessen werden können.

Es gibt auch die Untersuchungen von Kraftfahrzeugen, die er aufführt. Und es gibt auch die Infraschall-Messung von 121dB bei Tempo 130. Diese wurde durchgeführt bei halb geöffnetem Seitenfenster und geöffnetem Schiebedach, weswegen zumindest ich es vorziehe, bei diesem Tempo die Fenster geschlossen zu halten!

Ernst zu nehmen ist also höchstens die zweite Angabe von Herrn Kania, bei der es sich um eine Fahrt mit 130 km/h und vernünftigerweise geschlossenem Fenster handelt. Dabei wurden 100dB gemessen, womit sich die Relation zu Windkraftanlagen schon einmal entscheidend verändert.

Nun sollte aber auch nicht verschwiegen werden, dass die von Herrn Kania zitierte Studie auch Schlussfolgerungen für die Kfz-Industrie zieht: „Sowohl für Infraschall (IFS) als auch für niederfrequente Luftdruckschwankungen (NFLDS) gibt es wissenschaftliche Hinweise, dass sie Effekte auf Leistungsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Ermüdung sowie kardiozirkulatorische Endpunkte haben können. Kraftfahrzeuge können IFS und NFLDS in Größenordnungen generieren, für die es solche Nachweise gibt.“ Und wer lange genug mit hoher Geschwindigkeit Auto fährt, wird dies wahrscheinlich auch nicht gerade als Erholung bezeichnen – wobei es natürlich verschiedene Faktoren für die Ermüdung gibt.

Doch der Vergleich hinkt weiter. Denn Herr Kania hat nicht behauptet, dass im fahrenden Auto die Belastung durch Infraschall besonders hoch wäre. Das wäre korrekt gewesen und liegt daran, dass der Infraschall sich auf den Fahrer im Wesentlichen durch die Karosserie überträgt. Stattdessen überträgt er seine Schlussfolgerungen ganz allgemein auf Belastungen im Straßenverkehr. Er schließt damit Anwohner und Fußgänger mit ein, die sich zwar zu Recht über den Lärm ärgern, aber von einem Bruchteil der genannten Lärm- und Infraschallwerte betroffen sind.

Herr Kania hat aber Windkraftanlagen gefunden, die wahrscheinlich selbst die Windexperten von Juwi, zumindest aber jeden physikalisch oder mathematisch Vorgebildeten in Erstaunen versetzen. Denn bei ihm addieren sich die Schalldrücke zweier angeblicher Schallursachen, indem man die Logarithmen, also die dB-Werte addiert. Aus den von seiner Person veröffentlichten Fotos ist jedoch leicht zu erkennen, dass er nicht mehr der Generation angehört, die noch mit Rechenschiebern umgehen konnte. Sonst wäre ihm dieser Lapsus sicherlich aufgefallen.

Raffiniert manipuliert Herr Kania jedoch, indem er den einen Satz abschließt mit einer Abstandsangabe von 100m und im nächsten Satz irgendwelche willkürlichen Schalldruckangaben bringt, ohne dort einen anderen Abstand zu nennen. Denn Anlagen, von denen im Abstand von 100m nur 45dB an durchschnittlichem Schalldruck (über tiefe und hohe Frequenzen gemittelt) zu messen sind, kann auch Juwi noch lange nicht liefern. Und Anlagen mit 45db Infraschall in 100m Entfernung bleiben wohl ewig ein Wunschtraum, denn jeder weiß von vorbeirauschenden GTI-Fahrern mit Kenwood-Anlage, dass Bässe – und damit recht tiefe unhörbare Frequenzen – viel weniger gedämpft werden als hohe Frequenzen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Infraschall liegen leider für die heutigen Anlagengrößen immer noch nicht vor. Was aber vorliegt, sind Erfahrungsberichte vieler Betroffener über krankmachende Auswirkungen auf Mensch und Tier. Und diese Auswirkungen werden nicht harmloser, indem man sie nach Herrn Kanias Art wegmanipuliert.

Thomas Frey

Büchenbronn

 

Tiere töten sich unter Infraschall gegenseitig!

 

So geschehen gerade eben in Dänemark, wo Windkraftanlagen abgeschaltet werden mussten, weil sich die Nerze einer Pelzzucht gegenseitig zerfleischten. Die Tiere zeigten im Einflussbereich des Infraschalls alarmierende Stresssymptome, wobei sie zunächst ängstliche Schreie von sich gaben und dann anfingen sich mit Bissen zu traktieren. Die Betreiber der Windkraftanlagen stellten den Pelzzüchtern zunächst Tierärzte zur Verfügung, die die Tiere dauerhaft betreuen sollten – Geld spielte dabei keine Rolle. Leider blieb der aufwendige Einsatz ohne Erfolg und der nächtlich herbeigerufene Tierarzt ließ die Windräder schließlich stoppen.

 

Wenn Sie sich nun über die Vorgehensweise wundern, machen Sie sich bewusst, dass die Pelze der Nerze wertvoll sind. Und mit lauter Löchern drin, lassen die sich eben schlecht verkaufen. Wundern Sie sich also nicht, und seien Sie froh, dass man Ihnen das Fell nicht über die Ohren zieht. Wenn Sie in Engelsbrand wohnen, reicht es, wenn Sie einfach weiter arbeiten und Ihre überhöhten Stromrechnungen und Steuern bezahlen. Hoffen Sie nicht, dass man Ihnen den Tierarzt schickt – Ihr Fell ist sowieso nicht besonders viel wert.

 

Bleibt noch die Frage zu klären, warum die Nerze sich gegenseitig gebissen haben? In Dänemark waren Experten zwar der Meinung der Infraschall sei schuld. Wir hier in Engelsbrand wissen aber von ‚unserem‘ Herrn Kania, dass es sich hierbei nur um ‚Panikmache‘ handelt und die Betroffenen einfach ‚den falschen Film‘ gesehen haben. Jetzt fragen Sie sich vermutlich, was das wohl für ein Film gewesen ist, den die Tiere gesehen haben? Und hier kommt die Lösung: es war der Film „Die Vierte Revolution“. Dies aus zwei Gründen. Erstens: der Film entspricht genau dem intellektuellen Niveau des Nerzes. Und zweitens, weil die Vorführung dieses Propagandafilms hinreichend erklärt, warum sich die Tiere hinterher massakriert haben.

 

Bleiben Sie also wachsam, wenn Ihr Haustier das nächste Mal ins Kino geht. Oder werfen Sie ab und zu mal ein Auge auf die Lektüre Ihrer Katze. Wenn diese die zahlreichen universitären Dokumentationen liest, die weltweit über die Wirkung von Infraschall gemacht wurden, und über tausende Krankheitsfälle, die belegt sind … dann erhängt sie sich womöglich am Kratzbaum.

 

Schöne Woche noch.

 

Thomas Supper

Engelsbrand

Offizielle Mitteilung der Bürgerinitiative Engelsbrand vom 20.1.2014

 

bezüglich des geplanten Baus von

 

Windkraftanlagen auf dem Sauberg / Büchenbronner Höhe, Gemarkung der Stadt Pforzheim und der Gemeinde Engelsbrand

 

 

Sitzungen des Runden Tischs, beginnend am 21.01.2014

 

Im Bürgerentscheid vom 14.10.2012 hat sich eine knappe Mehrheit der Engelsbrander Bürger dafür entschieden, dass „die Gemeinde Engelsbrand im Gewann Sauberg gemeindeeigene Flächen zur Errichtung von Windkraftanlagen zur  Verfügung stellen soll“. Die Formulierung „soll“ und nicht „muss“ sah bewusst vor, dass nach einem Bürgerentscheid eine Prüfungsphase beginnen soll, in der die Vor- und Nachteile eines Betriebs von Windkraftanlagen detailliert geprüft werden sollen.

 

Originalzitat der Mitteilung des Gemeinderates: „Das Votum der Bürgerinnen und Bürger in Engelsbrand ist Aufgabe und Verpflichtung zugleich, die Windkraftnutzung in Engelsbrand näher zu untersuchen. Noch steht nicht fest, ob sich künftig tatsächlich auch Windräder in Engelsbrand drehen werden. Hierzu sind noch umfassende Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit, zum Artenschutz etc. durchzuführen. Hierbei gilt es auch die Beeinträchtigungen möglicher Windkrafträder für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Insgesamt wird sich der Planungsprozess über etliche Monate hinziehen. Das Verfahren wird nach wie vor transparent gestaltet und soll die Möglichkeit zur Partizipation bieten.“

 

Die Partizipation der Bürger wird in einem Runden Tisch organisiert, dessen Einrichtung in der Sitzung des Gemeinderats am 9. Oktober 2013 beschlossen wurde.

 

In der Zwischenzeit haben sich in Büchenbronn und Langebrand Bürgerinitiativen gegründet, die sich ebenfalls kritisch mit den propagierten Vorteilen der Windkraftnutzung in den jeweiligen Standorten auseinandersetzen. Dass sich Büchenbronn und Langenbrand einen Standort teilen und die Stadt Pforzheim aus unerklärlichen Gründen Fakten schaffen will, macht die Situation nicht einfacher. Es besteht die Gefahr, dass für gründliche Abwägung der Vor- und Nachteile keine Zeit mehr besteht und eine Entscheidung auf nicht vollständig vorhandenen Informationen getroffen wird.

 

 

Für die BI Engelsbrand besteht der Zweck des „Runden Tischs“ vor allem darin, Informationen zu strukturieren und dokumentieren, die diese Vor- und Nachteile vollständig verständlich beschreiben und nahe bringen. Wir müssen verstehen, was auf uns zukommt, sollten die Anlagen gebaut werden.

 

Wir gehen davon aus, dass diese Industrieanlagen mit 200m Höhe große Auswirkungen auf die Lebenssituation der Menschen, der Tier- und Pflanzenwelt, das Lebensumfeld und die wirtschaftliche Situation der Gemeinde und deren Bürgerinnen und Bürger haben. Deshalb wollen wir folgende Themen – sicherlich auch kontrovers – aber fair und öffentlich diskutieren:

 

  1. Auswirkungen auf die Ökologie und geschützte Naturgüter

-         Wie viel Wald muss geopfert werden?

-         Wie viel Fläche wird versiegelt?

-         Wie viele Vögel müssen sterben?

-         Wie wird das Wild beeinträchtigt?

-         Welche Pflanzen werden verschwinden?

-         Etc.

 

  1. Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen und das Lebensumfeld der Bürgerinnen - und Bürger  von  Engelsbrand, Büchenbronn und Umgebung

 

-         Bestehende Gesetze und Verordnungen / in Bearbeitung befindliche Gesetze und Verordnungen und deren Schutzfunktion

-         Genehmigungsverfahren und Gutachten

-         Erholungswert der Flächen nach Bebauung

-         Technische Risiken des Betriebs

-         Notwendige Sicherungsmaßnahmen

-         Etc.

  1. Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Gemeinde Engelsbrand und deren Bürgerinnen und Bürger

 

-         Wirtschaftliche Betrachtung / Prognose für das Gesamtvorhaben

-         Zu erwartende Pachteinnahmen

-         Zu erwartende Energieerträge

-         Zu erwartende Gewerbesteuer

-         Zu erwartende Mindereinnahmen durch Wegzug

-         Einfluss auf Gebäudewerte und Beleihungsgrenzen

-         Etc.

 

Die Aufzählung ist sicherlich nicht vollständig und wird im Rahmen der Sitzungen noch ergänzt werden.

 

In der ersten Sitzung werden wir nach gemeinsam ermittelten Kriterien und deren Gewichtung, uns mit unseren Gesprächspartnern auf einen Moderator einigen.

 

Wir freuen uns auf konstruktive und faire Gespräche.

 

 

Ihre Bürgerinitiative Engelsbrand.

 

Flaute und Wolken stoppen Ökostrom-Produktion

Viele Bürger sehen inzwischen das Grünstrom-Zeitalter schon zum Greifen nah, die Energiewende fast am Ziel. Viele meinen, man könne in der Stromproduktion ohne Probleme sofort, oder bis 2020 auf konventionelle Kraftwerke verzichten.

Bei solchen Wissensdefiziten wundert es wenig, wenn die Energiedebatte gelegentlich von euphorischem Überschwang geprägt ist. Die schönen Statistiken der Ökostrom-Produktion haben nur einen Haken: Sie erwecken ein völlig falsches Gefühl von Sicherheit. Erneuerbare Energien liefern in der kalten Jahreszeit über Wochen und Monate hinweg oft kaum nennenswerte Strommengen. Einen Vorgeschmack lieferte das Orkantief "Xaver" Anfang Dezember: Kaum war es weg, kamen Flaute und Hochnebel.

Windkraftanlagen stehen tagelang still

Die Wind- und Solarstromproduktion lag in der vergangenen Woche durchgehend komplett danieder. Mehr als 23.000 deutsche Windkraftanlagen standen tagelang still. Eine Million Photovoltaikanlagen, vom Verbraucher mit 108 Milliarden Euro subventioniert, stellten die Arbeit nahezu vollständig ein und lieferten selbst zur besten Mittagszeit nur ganz kurz mal ein paar Kilowattstunden. Eine ganze Woche lang mussten da die ungeliebten Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke überschlägig geschätzt  95 Prozent der deutschen Stromversorgung übernehmen.

Für die deutsche Stromversorgungssicherheit nützt es gar nichts, wenn der Ökostrom-Ausbau wie bisher weitergeht und dann eben statt 23.000 künftig 40.000 oder noch mehr Windräder in der Flaute still steht. Oder wenn sich die winterliche Dunkelheit schon am frühen Nachmittag nicht auf eine Million, sondern auf zwei Million deutsche Solardächer legt.

 

Es gibt nicht genug Stromspeicher

Stromspeicher, die Solar- und Windstrom für solche Flautezeiten speichern könnten, stehen noch nicht einmal ansatzweise zur Verfügung. Selbst wenn es der Bundesregierung gelänge, wie geplant bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen und ans Stromnetz zu bringen: Ihre Batterien könnten Deutschland gerade einmal etwa sieben Minuten lang mit Strom versorgen.

Eine winterliche Flaute dauert aber oft mal 14 Tage und länger. Die einzigen bislang wirtschaftlichen Stromspeicher sind die Stauseen in den Bergen. Doch alle Pumpspeicher Deutschlands wären nach fünf bis sieben Stunden leer gelaufen, dann müssten auch sie die Stromproduktion einstellen. Andere Speichertechniken wie "Power-to-heat" oder "Power-to-gas" stecken allesamt noch in den Kinderschuhen.

So bringt es vorerst wenig, wenn die Einspeisekurve von Windkraftanlagen bei hohem Windaufkommen immer höhere Spitzen erreicht. Die Nachfrage muss bei Windflaute ja doch wieder auf andere Art gedeckt werden: Die Täler in der Einspeisekurve, die weiterhin von konventionellen Kraftwerken gefüllt werden müssen, bleiben bestehen.

Kein konventionelles Kraftwerk ist überflüssig

Welche Kraftwerke in Zukunft noch den Lückenbüßer spielen sollen, ist die Frage. Denn erst haben Energiewende-Politiker mit bedingungslos verteilten Ökostrom-Subventionen den gesamten konventionellen Kraftwerks-Park an den Rand der Pleite oder sogar schon darüber hinaus getrieben.

Jetzt stellt man fest: Kein einziges konventionelles Kraftwerk ist überflüssig geworden. In der nebeligen Flaute-Woche nach "Xaver" waren es die konventionellen Kraftwerke allein, die Deutschland mit Strom versorgten.

Bernd Clauss, Engelsbrand

 

 

Juwi-Anleihe riskant?

In einem Prospekt der Firma Juwi werden Zinssätze von 4,5 % im ersten Jahr und 6,5 % ab dem dritten Jahr geboten. Allerdings steht dort auch: „Damit ist das Risiko des Teil- oder Totalverlustes des eingesetzten Kapitals und der Zinsen verbunden“. Heißt dies, dass die Geldanlage risikoreich ist?

So ist es. Es handelt sich um die Anleihe „Juwi Bauzins Deutschland 1“ mit einem Volumen von 30 Mio. €. Der Emittent der Anleihe ist aber die Juwi-Invest GmbH in Mainz, ein Unternehmen also, das nur beschränkt haftet.

Die Anleihe ist nachrangig. Das heißt: Bei Zahlungsunfähigkeit der Firma gehen alle anderen Gläubiger vor. Ein Totalausfall ist dann wahrscheinlich. Überdies sichert sich Juwi-Invest im Kleingedruckten einen Zahlungsvorbehalt für wirtschaftlich schlechte Zeiten: Bei Insolvenzgefahr gibt es keine Zinsen. Passieren kann dies durchaus. Im Bereich Erneuerbarer Energien hat es in letzter Zeit einige spektakuläre Pleiten gegeben, bei denen Anleger ihr Geld verloren: der Windanlagenbauer Siag Schaaf, der PV-Solarmodulhersteller Solarwatt, der PV-Solarzulieferer Sic Processing, der Biogasanlagenbauer BKN Biostrom, der Windpark-Entwickler Windreich und seit kurzem kommt der Windanlagen-Projektierer und Betreiber Prokon in die Schieflage: Denn Prokon hat Genussrechte im Volumen von rund 1,4 Milliarden Euro, die mit mindestens 6 und manchmal sogar 8 Prozent verzinst wurden , an 75 298 Anleger ausgegeben. Jetzt steckt das Unternehmen in massiven Schwierigkeiten. Die Anleger müssen im schlimmsten Fall gar mit einer Insolvenz rechnen. Denn bisher (Stand: 17. Januar, 9 Uhr) wurden Genussrechte im Volumen von 226,87 Millionen Euro gekündigt. Das sind rund 16 Prozent des Genussrechtskapitals und damit mehr, als das Unternehmen möglicherweise verkraften kann. Es hatte in einem Schreiben an die Anleger selbst erklärt, eine Planinsolvenz lasse sich nur beim Erhalt von mindestens 95 Prozent des Genussrechtskapitals verhindern.

 Juwi hat sich indessen bei einem Bankenkonsortium unter Führung von Deutscher Bank, DZ-Bank und UniCredit verschuldet: Im August schloss die Firma einen Kreditvertrag über 252 Mio. €.

Während Vorstandsmitglied Matthias Willenbacher  mit seinem Buch „Ein unmoralisches Angebot“ die Werbetrommel rührt, gerät Juwi wegen Korruptionsverdachts in die Schlagzeilen. Wie bekannt, erhob die Staatsanwaltschaft Erfurt Anklage gegen Willenbacher wegen Bestechung.

Die Zinsen der Anleihe klingen attraktiv, doch auch hier gilt der Kapitalmarkt-Grundsatz: Je höher die Rendite, desto höher auch das Risiko.

Britta Clauss, Engelsbrand

 

 

Risiken sind nicht Fiktion,

sondern werden Realität.

 

Am 30.12.2013 ist in Rheinland-Pfalz  der 60 Meter lange und 60 Tonnen schwere Flügel einer Juwi-Windkraftanlage abgerissen und abgestürzt.

Ein Eigenheimbesitzer, von dessen Haus etwa ein Bauteil unkontrolliert abbrechen und auf eine öffentlich zugängliche Fläche stürzen würde, müsste sogleich mit behördlichem Einschreiten, sofort umzusetzenden Auflagen sowie juristischen Folgen rechnen.

Nicht so bei Juwi: Diese zeigen sich lediglich verblüfft ob dieses unerhörten Ereignisses, das nach ihrer Einschätzung doch niemals hätte eintreten dürfen. Jetzt wollen sie die Unfallursache herausfinden lassen…und führen uns Bürgern mal wieder klar vor Augen: Das “Recht” ist hierzulande auf der Seite derjenigen, die mit viel Geld große Macht auszuüben vermögen.

Seit dem letzten Sommer gab es in Deutschland mehr als Dutzend Windrad-Havarien, vom Getriebebrand, Brände durch Blitzeinschlag, bis zum vollständigen Mastbruch. “Zum Glück”, so heißt es stets lapidar, “kamen keine Personen zu Schaden.” Rechtliche Konsequenzen aus der lebensbedrohlichen Fahrlässigkeit der jeweiligen Betreiberfirmen wurden nirgends bekannt. Über die Unmengen von ”versehentlich” aus Windgeneratoren ausgetretenen und im Boden versickerten Chemikalien, dringt sowieso nichts an die Öffentlichkeit.

Das skandalöse Ausmaß , der von solch riesigen Windrädern ausgehenden Gefahrenvielfalt wird mal wieder ignoriert, beiseite gewischt und unter den politischen Teppich gekehrt: Tiermord, Umweltzerstörung,  Eisabwurf, Schattenschlag, nervenschädigende Blinkfeuer, brutale Lärmemissionen, schwer krank machender Infraschall und optische Bedrängnis durch viel zu geringe Abstände zu Wohnorten und Lebensräumen und dies alles für eine  grandiose Geringfügigkeit des Windstromanteils von gerade einmal 1,3 Prozent am Primärenergieverbrauch in Deutschland!

Kein Wort hört man über die Sorgen zigtausender Bürger, die unter dem Windräderwahnsinn wahrhaftig leiden. Und kein Wort über den täglich wachsenden volkswirtschaftlichen Schaden, durch die völlig falsch organisierte Energiewendepolitik samt ihrer paranoiden Überbewertung der Windenergienutzung.

Kurzum: Unser aller Engagement ist nötiger denn je! Wir wollen und müssen unsere Mitbürger über die Dummheit und ideologische Verblendung einer Energiewendepolitik aufklären, die unter dem fadenscheinigen  Deckmantel des Klimaschutzes unsere Lebensgrundlagen zerstört.

Nie zuvor wurde mehr elektrische Energie aus Atomstromkraftwerken von  Frankreich in die hiesigen Stromnetze eingespeist. Seit 1990 haben wir die höchsten CO2-Emissionen in Deutschland  und die Treibhausgas-Zertifikate sind billiger denn je.

Unfälle dieser Art werden zunehmen. Und es ist nur eine Frage der Zeit, wann erstmals auch Menschen ernsthaft zu Schaden kommen werden. Der Windmühlenstrom fällt bei Schwachwind ständig nahezu völlig aus. „Strom-Speicher“ werden benötigt, will man Kernenergie, Kohle und Gas nicht weiter parallel mitbetreiben, wie wir das heute teuer tun. Die Energiewende per Zufallsstrom ist in einer Sackgasse und wird schließlich an der Unbezahlbarkeit der „Strom-Speicher“ scheitern. Sollten bis 2022 wie vorgesehen, unsere Kernkraftwerke abgeschaltet werden, sind es dennoch die alten Kernkraftwerke unserer Nachbarländer, die die erwähnten Risiken zusätzlich um ein vielfaches erhöhen.

Erforschung und technische Entwicklung anderer regenerativer Energiequellen wurden zugunsten einer riesig überproportionalen WKA-Förderung vernachlässigt und zurückgestellt. Und das soll eine „Energiewende“ sein?

Wohin soll uns dieser wahnwitzige politische und “öko“-ökonomische Irrsinn denn letzten Endes noch führen? Und: Welchen Preis hat diese vermeintlich „grüne“ Katastrophe?

Bernd Clauss, Engelsbrand

Sehr geehrter Herr Hahn,

möglicherweise sind Ihnen in Ihrem Leserbrief ein paar Dinge durcheinandergeraten. Ob biedermeierisch daher kommende Leute wie der Teufel das Weihwasser scheuen, wie Sie vermuten, vermag ich nicht zu beurteilen, da mir solche Leute bisher nicht bewusst begegnet sind. Ob sie sich scheuen, Gesetze, Verordnungen und Erlasse zu lesen, kann ich aus demselben Grund nicht feststellen.

Versichern kann ich Ihnen jedoch, dass die Verfasser des Büchenbronner Flugblattes, auf das Sie sich vermutlich beziehen, in der Lage sind, Gesetze und Erlasse zu lesen – allerdings nur solche, die es auch gibt. Einen „Windenergieatlas Baden-Württemberg“, den Sie zitieren, gibt es nämlich nicht, sondern nur einen „Windatlas Baden-Württemberg“, der aber keine Angaben zu Brandschutz oder Eiswurf enthält.

Wiederum gibt es eine Landesbauordnung, die Sie ja auch unter fachkundig wirkender Angabe der exakten Referenz zitieren. Inwiefern allerdings die Anordnung einer Schaumlöscheinrichtung wegen erhöhter Waldbrandgefahr die mehreren tausend Liter Getriebeöl am Auslaufen hindern können, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Vielleicht wird ja das Öl von dem Papier aufgefangen, auf das die Anordnung gedruckt ist.

Weitergeholfen haben Sie mir allerdings mit Ihrer Angabe, welcher Abstand von den Anlagen einzuhalten ist. Damit sind natürlich die Befürchtungen, beim Waldspaziergang vom Eis getroffen zu werden, hinfällig. Denn wenn eine Fläche entsprechend den von Ihnen angegebenen Abständen nicht mehr begangen werden darf, entfällt ja weitgehend die Möglichkeit, überhaupt in den Wald zu gehen:
Eine Fläche von etwa 1600m x 800m wird (einschließlich dem Aussichtsturm) schließlich Sperrgebiet!

Im Übrigen stehen die 23000 Windkraftanlagen in Deutschland natürlich nicht in gesetzesleerem Raum. Nur: das tun auch die verbliebenen Atomkraftwerke nicht. Wollen Sie die etwa mit diesem Argument auch weiterbetreiben?

Thomas Frey, Büchenbronn