1.8.13 Leserbrief


Windkraft  auf Abstand!         

 

1.       Die Beeinträchtigungen für Fauna und Flora am Sauberg sind fatal. Vernichtung von Lebensraum von Waldlebewesen und damit verbundene Verdrängung durch Quartierverlust soll hingenommen werden genauso wie die Zerstörung des Naherholungsraums Engelsbrand. Wenn wir einerseits Umwelt-und Naturschutz vorantreiben möchten, wie mit umweltfreundlicher Energiegewinnung und dies andererseits nur auf Kosten von Umwelt , Natur und Mensch tun können, so ist der Plan fehlerhaft und nicht zielführend.

 

2.       Gegen gesundheitliche Beeinträchtigung durch Infraschall und Geräuschbelästigung wird ein Mindestabstand vom 10-fachen der Höhe der Windkraftanlage zur Wohnbebauung empfohlen.  Das wären bei uns mindestens 2000 Meter. Eine erhebliche Unterschreitung dieses Abstandes, wie hier in Engelsbrand geplant ( 700 Meter!), zeugt von Ignoranz zugunsten der Profiteure  verschiedener Ebenen auf Kosten der Betroffenen. Wie steht es mit der Verantwortung und der Fürsorgepflicht der Gemeinde den Betroffenen gegenüber? Da es den Bundesländern bis jetzt noch selbst überlassen ist einen Mindestabstand festzulegen, sollte sich doch vor dem Hintergrund des grundgesetzlich gewährten Rechtes auf körperliche Unversehrtheit, dem sicheren Entwurf einiger vernünftig planender Bundesländer angeschlossen werden.

 

3.       Eine Überlegung:

 

Wenn man die Ersteller und Profiteure der Windkraftanlagen ihre eigenen Gutachten erbringen lässt…..sollte die Frage gestattet sein, ob man nicht den Bock zum Gärtner gemacht hat.

 

4.       Fazit:

Windkraft  ja, aber ökologisch vertretbar und auf Abstand.

 

Ulrike und Richard Baur

 

An die Bürgerinitiative Engelsbrand-Abstand zur Windkraft.

Im „s` Blättle“ verfolge ich Ihre Aktivitäten, mit welchen Sie das auch nach meiner Ansicht nicht empfehlenswerte Vorhaben stoppen wollen. Wegen meines fortgeschrittenen Alters kann ich mich leider nicht aktiv daran
beteiligen.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Nutzung von Windkraft zur Erzeugung von elektrischer Energie. Nach dem was ich jedoch bisher zu diesem Thema gehört und gelernt habe, gibt es aber in unserer näheren Umgebung keinen Standort, wo man wirtschaftlich sinnvoll eine solche Anlage betreiben könnte. Da müsste sich schon durch eine beachtliche Klimaänderung ein deutlich größeres Windaufkommen entwickeln, was dann in gleicher Stärke über längere Zeiträume erwartet wird. Weil dies innerhalb einer überschaubaren Zeit nicht prognostiziert werden kann, halte ich auch die Aktivitäten zu Ermittlung des gegenwärtigen jährlichen Windaufkommens für eine große und nicht zu verantwortende Geldverschwendung. Nicht vernachlässigbar ist eine gigantische Umweltverschandelung. Allein aus diesem Grund habe ich damals bei der Bürgerbefragung gegen die Planung der Anlage gestimmt!

Die Belastungen von Bürgerinnen und Bürgern in  Engelsbrand, die bei zu geringem Abstand zweifelsfrei durch Geräusche und Schattenbewegungen bestehen, sind ein weiterer, aber auch für sich allein ausreichender Grund dafür, das Vorhaben sofort zu stoppen und die Akte zu schließen. Da bereits Kosten entstanden sind, ist es jetzt die Hauptaufgabe, für eine größtmögliche Schadensbegrenzung zu sorgen. Hinderlich wird dabei nur sein, dass einige Leute meinen, sie würden dabei ihr Gesicht verlieren. Ich sehe das nicht so. Ich habe großen Respekt vor jemandem, der seine Fehler erkennt und versucht, das in Ordnung zu bringen was noch geht.


F. Bischoff
Grunbach

 

Windkraftanlagen?

Meine Kindheit durfte ich am Waldrand von Engelsbrand verbringen. Der Wald wurde für uns Kinder zum Spielplatz und wurde stundenlang genauestens erforscht. Wir beobachteten zahlreiche Tiere, wie Hasen, Füchse und viele Vogelarten. Wenn es schon dunkel war sah man bei etwas Glück auch mal eine Fledermaus. Aber wussten Sie schon, dass vor allem Fledermäuse durch Windräder bedroht sind? Dass jährlich 200.000 Fledermäuse an den Windkraftanlagen sterben? Auch viele Tiere fühlen sich durch die Anlagen bedroht und verschwinden einfach. Aber was ist denn ein Wald ohne Tiere? Machen nicht  die Tiere den Wald aus? Können wir es verantworten, die Tiere aus ihrem Zuhause zu vertreiben?

Wenn ich heute auf meine Kindheit zurückblicke, erinnere ich mich an die vielen Nachmittage, die ich im Wald verbrachte. Gibt es nichts Schöneres für Kinder, ihre Kindheit in so einer schönen Idylle wie hier verbringen zu dürfen? Natur und Tiere nicht nur in Büchern sondern auch real betrachten zu können? Sollten wir den Kindern diesen Wald nicht erhalten, anstatt ihn durch die Windkraftanlagen zerstören zu lassen?

Es sind ja nicht nur die Kinder betroffen. Auch Erwachsene genießen bei Spaziergängen gerne die schöne Landschaft oder können nach einem anstrengenden Arbeitstag in der Stille des Waldes einfach mal abschalten. Aber ist das bei den ständig drehenden Rotoren eigentlich noch möglich? Sind die Windkraftanlagen bei uns nicht fehl am Platz und zerstören mehr als nützlich zu sein?

Jeder sollte sich über die Notwendigkeit der Windkraftanlagen Gedanken machen und dabei nicht nur an sich sondern auch an die nachfolgenden Generationen denken. Denn diesen Generationen wird eine idyllische Kindheit verwehrt bleiben!


Mirjam Stephan, 16 Jahre

Engelsbrand

Abstand zur Windkraft

Aufgrund der geplanten Windkraftanlagen machen wir uns  große Sorgen über den sehr geringen Abstand der Windkraftanlagen zu unseren Häusern. Anhand des Vorhabens sollen insgesamt 3 Anlagen mit einer Höhe von ca. 200 m gebaut werden. Zur nächsten Wohnbebauung ist die erste Windkraftanlage mit weniger als 800 m Abstand geplant.

Alle Mitglieder der Bürgerinitiative Engelsbrand- „Abstand zur Windkraft“ sind sich einig, dass es uns ausschließlich um einen größeren Abstand in diesem Bereich geht.

Windkraftanlagen schädigen durch Lärm, Schattenwurf und   Infraschall die Gesundheit. Unter Infraschall versteht man weitgehend unhörbare Luftschwingungen (Druckschwankungen) mit sehr tiefen Frequenzen unter 100 Hertz.

Mehrere Studien belegen, dass starke Gesundheitsschäden zu erwarten sind, da der Bürger dem Infraschall hier permanent ausgesetzt ist. Die Hauptgefahr geht von den permanenten
Infraschall-Emissionen der großen Megawattanlagen aus, sowohl von Infraschall hoher Stärke (Auswirkungen bis etwa 2 km Entfernung) als auch von Infraschall niedriger Stärke (Auswirkungen bis etwa 10 -15 km Entfernung).

Infraschall kann u.a. zu Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Tinnitus, Migräne, Schwindelgefühlen, Übelkeit, Beeinträchtigungen der Herzfrequenz, Reizbarkeit, Gedächtnisproblemen, Angstzuständen etc. führen. Viele Studien zum Thema finden Sie unter der Homepage:http://www.windwahn.de/index.php/krankheit/infraschall

Wegen der Gefahr durch tieffrequenten Schall und Infraschall fordern wir verbindlich größere  Mindestabstände zur Wohnbebauung für die geplanten Windkraftanlagen!

Die Abstandsempfehlungen des Bundesumweltministeriums sehen z.B. für Sachsen-Anhalt bei Windkraftanlagen über     100 m Höhe einen Abstand von mindestens der 10-fachen Gesamthöhe vor. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation liegen bei 2 km, die von England sogar bei 3 km. Abstände von 10 km sind in vielen Studien als erforderlich beschrieben. In BW gibt es bisher keine Abstandsempfehlungen, nur die Einzelfallberechnung nach TA Lärm.

Aber die TA Lärm ist am 26. August 1998 für Industrie- und Gewerbelärm geschaffen worden. Vor 15 Jahren gab es noch keine Windparks mit 200 m hohen Windkraftanlagen, die sich Tag und Nacht in unmittelbarer Nähe von Häusern drehen.

In einer Information des Umwelt-Bundesamtes vom 08. Februar 2013 heißt es: „Insgesamt besteht ein deutlicher Mangel an umweltmedizinisch ausgerichteten Studienergebnissen zu den Themen Infraschall und tieffrequenter Schall. Für Betroffene ist dies hinsichtlich der Bewertung der Belastung durch Dritte oftmals ein Problem. Das Umweltbundesamt hat daher im Jahr 2011 ein Forschungsvorhaben zu dieser wichtigen Thematik vergeben, das sich mit der Geräuschbelastung durch tieffrequenten Schall, insbesondere durch Infraschall beschäftigt („Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall. Entwicklung von Untersuchungsdesigns für die Ermittlung der Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen durch unterschiedliche Quellen“; UFOPLAN 2011; FKZ 3711 54 199). Neben der Aufbereitung des aktuellen Wissenstandes sollen wissenschaftlich begründete und praxistaugliche Verfahren zur Erfassung und Bewertung der Wirkungen tieffrequenter Geräusche erarbeitet werden. Dabei soll auch geprüft werden, ob ggf. weitere Forschungsaktivitäten erforderlich sind. Die Forschungsergebnisse werden voraussichtlich 2014 vorliegen.“

Obwohl diese Ergebnisse noch nicht vorliegen, sind die Windkraftanlagen in direkter Nähe zu den nächsten bewohnten Häusern in Engelsbrand geplant.

Deshalb fordern wir verbindliche Mindestabstände von mindestens 2000 m zur Wohnbebauung für die geplanten Windkraftanlagen!

 

Martin Benard

Grunbach