25.7.2013

 

Wertminderungsgrund Windräder: Ein Vorschlag zur Güte:

Angesichts der Windradungetüme in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung befürchten viele Hauseigentümer einen Wertverlust ihrer in aller Regel unter Entbehrungen aufgebauten Immobilien. Herr Clauss hat dies in zwei Leserbriefen sachlich dargelegt und gefragt, ob und wie die Gemeindeverwaltung diese Wertverluste auszugleichen gedenke.

Die Gemeinde ist nur eine Instanz, die für einen Verlustausgleich sorgen könnte. In gleicher Weise müßte die Betreibergesellschaft herangezogen werden.

Aus Gerechtigkeitsgründen kann es nicht sein, daß die eine Seite alle Vorteile (Gewinne aus dem Stromverkauf, weit weg von Geräuschimmissionen), die andere Seite aber alle Nachteile tragen soll (Wertverlust und Geräuschbelästigung). Jedem gerecht Denkenden muß eine solche Sachlage ein Dorn im Auge sein.

Dabei könnte ein Nachteilsausgleich ziemlich einfach hergestellt werden, indem ein Treuhandkonto zum Verlustausgleich eingerichtet wird. Die Betreibergesellschaft zahlt auf ein Treuhandkonto jährlich 10% des erzielten Stromumsatzes, die Gemeinde 10% aus den Pacht- und Gewerbesteuereinnahmen des Windparks ein. Anhand der notariellen Kaufverträge läßt sich leicht ermitteln, welche Preise im betroffenen Gebiet erzielt wurden. Stellt sich in den nächsten Jahren heraus, daß die Immobilienpreise sinken, erfolgt ein Ausgleich über das Treuhandkonto. Stellt sich aber heraus, daß innerhalb von 10 Jahren nach Windraderrichtung keine Wertverluste eingetreten sind, wird das Treuhandkonto aufgelöst und der angesammelte Betrag gemäß den Einzahlungen an Gemeinde und Betreibergesellschaft zurückgezahlt.

Meinen Vorschlag müßte insbesondere Herr Hahn unterstützen, stellt er doch einen Wertverlust von Immobilien aufgrund der Windräder in Abrede. Diejenigen, die sich an den Windrädern finanziell beteiligen wollen, können unter Beweis stellen, daß es ihnen nicht ausschließlich um den persönlichen Profit, sondern um ein lebenswertes Engelsbrand und durchaus auch um das Wohl der Benachteiligten geht. Und der Gemeinderat kann endlich zeigen, daß er die Sorgen der Engelsbrander Einwohner ernst nimmt, die nur Nachteile aus dem Bau der Windräder hätten.

 

Prof. Dr. Hans-Manfred Niedetzky

 

 

WINDRÄDER SIND SUPER!

Windräder sind gut für die Umwelt, das Klima und außerdem gesund für Mensch und Tier. Was wollen Sie noch? Schließlich muss der Strom doch irgendwo herkommen - und nebenbei können Sie den Planeten retten! (…und noch einen Haufen Geld dazu verdienen).

Wertverlust von Immobilien? Wie langweilig (… solange es nicht meine ist); Krankmachender Lärm? Blödsinn; Niederfrequenter Schall? Ein Hirngespinst!; Korruption? Völliger Quatsch; Abholzung von 25.000 qm Wald? Kleinigkeit; Roter Milan? Ha,Ha (der fliegt entlang der Straße, das weiß doch jeder). Bleiben Sie locker: das Ministerium für Wahrheit kümmert sich um all diese Fragen.

Kommen wir zum Preisrätsel: wie lange dauert es, bis der Beton für die Fundamente der Windräder trocken ist? Bei 22 Grad Celsius, 65% Luftfeuchtigkeit und keinem Wind … ach, das hatten wir ja schon.

Dann ein neues: Sie haben Ihre Füße im Eisschrank (bei minus 18°C) und den Kopf im Ofen (bei 92°C). Wie hoch ist Ihre Durchschnittstemperatur? …, … 37°C, bravo! Na also, dann ist ja alles in bester Ordnung. Übrigens: mit diesem Denkmodell können Sie auch wunderbar das globale Klima verstehen.

Schauen Sie auch nächste Woche wieder hier vorbei, wenn wir Ihnen die Welt erklären. Ich oder irgendein anderer Gockel. Wir freuen uns auf Sie!

Und denken Sie immer daran den Planeten zu retten. Das Glühbirnenverbot kann das nicht alleine bewerkstelligen. Investieren Sie in Windräder. Jeden Tag steht ein Dummer auf, der Strom braucht!

Ich wünsche ein schönes Wochenende

Thomas Supper, Engelsbrand

Stellungnahme zum Leserbrief von Herrn Michael Hahn, Salmbach, „Sind die Häuser in Langenbrand billiger geworden“, s’Blättle vom 11.7.2013.

Sehr geehrter Herr Hahn,

die Ihrerseits in meinem Leserbrief bemängelten fehlenden und konkreten Hinweise zum Thema „Wertverluste bei Immobilien und Grundstücken“ befanden sich zu Hauf unter den von mir angegebenen Links am Ende meines damaligen Leserbriefes. Die ermittelten Daten, veröffentlicht u.a in die „Die Welt“ oder „Rundschau, Südwest Presse“, sollten hoffentlich auch Ihnen Herr Hahn, objektiv genug und ausreichend sein, solche Erkenntnisse zu akzeptieren. Die am 12.7.2013, um 20:15 Uhr in 3SAT ausgestrahlte Fernsehreportage „ Kampf gegen Windparks, der Streit um Ökostrom“, verdeutlichte nicht nur den besagten Inhalt meines Leserbriefes, sondern demonstrierte auch die leider immer noch zu wenig bekannte Tatsache der gesundheitlich schädigenden Auswirkung von Windkraftanlagen.

Sie erwähnten in Ihrem Artikel vollkommen richtig, dass ältere Windkraftanlagen mit den heute üblichen nicht mehr vergleichbar sind. Wie in einer Forschungsstudie von 2010, Abteilung Akustik der Aalborg Universität Dänemark beschrieben, geht von neuen höheren Windkraftanlagen zweifellos ein größerer tieffrequenter Lärm aus, der definitiv eine noch größere Belastung auf die Anwohner hat.

Diesbezüglich erscheint mir der Vergleich eines  einzelnen vergleichsweise kleinen Windrades von Langenbrand (Höhe ca. 100 m ) mit 3 gigantischen Windkraftanlagen in Engelsbrand (Höhen ca.200 m) mit einem nahezu gleichen Abstand zur nächsten Wohnbebauung, sehr unqualifiziert.

Im Übrigen haben wir in unsere Immobilie und Grundstück sehr viel Herzblut und finanziellen Aufwand gesteckt. Da sollte doch meine gestellte Frage nach einem Ausgleich für einen möglichen Teil- oder gar Komplettwertverlust mehr als legal sein.

 

PS: Zur vertiefenden Info: Eingabe in Google-Suchmaschine: „wertminderung immobilien windkraft“.

 

Bernd Clauss

Engelsbrand

18.7.13

Windkraft in Engelsbrand: lch bin dafür und habe trotzdem dagegen gestimmt, geht das?

Meiner persönlichen Meinung nach: JA

Obwohl ich für den Atomausstieg und ein Befürworter der Windkraft bin, habe ich im

Bürgerentscheid gegen die (am jetzigen Standort geplante) Anlage in Engelsbrand gestimmt.

Einige Gründe:

Obwohl der demokratische Prozess zur Meinungsfindung relativ gut umgesetzt wurde, steht

natürlich der Wille einiger Interessengruppen (die Anlage mit aller Kraft und möglichst geringem

Widerstand umzusetzen) zu stark im Vordergrund.

Sei es Juwi als kommerzielles Unternehmen mit dem einzigen Ziel, Geld zu verdienen

(grundsätzlich natürlich legitim, im Moment aber wegen des laufenden Korruptionsvorwurfes eher

vorsichtig zu betrachten) oder auch einigen rein wirtschaftlich getriebenen Personen

beziehungsweise Gruppierungen.

Meiner Meinung nach fehlt bei all den Überlegungen/Diskussionen der Respekt vor den wirklich

DIREKT Betroffenen.

Nur wenn diese von ALLEN ernst genommen und im Laufe des Prozesses Ängste abgebaut

werden, kann eine für alle akzeptable Lösung gefunden werden.

Wenn Sie, Hr. Hahn, zum Beispiel Äpfel mit Birnen vergleichen, indem Sie eine über 10 Jahre alte

Anlage (Langenbrand) mit einer Höhe von ca. 100m (75m Nabenhöhe + ca. 26m Rotorradius) in

den Vergleich zu den doppelt so hohen Anlagen (ca. 200m in Engelsbrand) setzen, fehlt mir

wirklich das Gefühl, dass Sie um Objektivität bemüht sind.

lch denke, Sie sollten die Ängste um den Werterhalt der Immobilien, die gesundheitlichen

Bedenken etc. einfach nur ernst nehmen.

Nicht mehr und nicht weniger.

Viele bisherige Argumente pro Windkraft in Engelsbrand spielen mit Verharmlosungen.

lch finde das riskant! denn die doppelt so hohen Windräder in Engelsbrand stehen nur ca. 700m

vom ersten Haus (laut Flächennutzungsplan) entfernt. ln Langenbrand sind es ca.800 - 900m.

(Auch sehr knapp aber unter Umständen zu akzeptieren. Siehe meine folgenden Ausführungen.)

Mein Lösungsansatz, der im Prinzip darauf zielt möglichst ALLEN gerecht zu werden:

Wird ein Mindestabstand von der 8 – lO fachen Höhe eines Windrades als Genemigungsgrundlage

genommen, könnte man viele (eventuell fast alle?) mit ins Boot nehmen!

Es bleibt bei diesen Abständen fast nur noch das "optische" Problem

(mit dem wir dann halt leben müssten).

Sollte zum Beispiel ein größerer Abstand angestrebt werden, könnten solche Windräder im Wald

zwischen Langenbrand,Waldrennach und Engelsbrand stehen.

(Dort wäre dieser Abstand annähernd zu realisieren.)

Da ich von diesem Standort optisch sogar mehr betroffen wäre, als von den Windrädern auf dem

Sauberg, hoffe ich, dass man meinen heutigen Brief ernst nimmt.

(Mir geht es in erster Linie darum, mögliche Lösungsansätze zu formulieren, die alle

gesundheitlichen Risiken für unmittelbar Betroffene ausschließen.)

lch bin für Windkraft, aber an gesundheitlich unbedenklichen Standorten. An Standorten, die

einen möglichen lmmobilienpreisverfall ausschließen. Plätze, an denen die Geräuschemissionen

wirklich zu vernachlässigen sind und so weiter.

lch bin der festen Überzeugung, dass man dann eine große und breite Zustimmung finden könnte

und so das nun eventuell anstehende "Spalten" einer Gemeinde ausschließen kann.

Noch was zur Wirtschaftlichkeits- und Zeitfrage aufgrund möglicherweise auslaufender

Subventionen:

lst mir relativ,,wurscht", ob sich solche Windräder immer wirklich wirtschaftlich rechnen lassen.

Wenn wir den Atomausstieg wollen, dürfen wir das Aufstellen solcher Windräder nicht davon

abhängig machen, ob es im Moment noch Subventionen gibt oder nicht (oder ob die Anleger eine

möglichst hohe Verzinsung bekommen)!

Es ist auch total unwichtig, ob die Windräder dann in Engelsbrand, Büchenbronn oder

Waldrennach stehen würden.

 

Wollen wir den Atomausstieg? Ja oder nein?

Wenn ja, dann ist es völlig egal, wo diese Windräder stehen und auch völlig egal, welche

Gemeinde eine eventuelle Gewerbesteuer erhält. Es geht um das große Ziel !

Mir geht es auch darum, unseren Kindern vorzuleben, dass man Dinge und Verhaltensmuster

natürlich ständig verändern muss, wenn man die Umwelt erhalten möchten.

lch möchte keine Diskussionen um Subventionen oder die ganzen nun anstehenden Gutachten

haben. lch möchte mit Stolz sagen können:

Schaut her, wir haben es geschafft, eine erneuerbare Energie sinnvoll zu installieren, an einem

Standort der für niemanden ein gesundheitliches Restrisiko lässt.

Einen Standort, der möglichst große Akzeptanz in der Bevölkerung hat.

Heiner Geissler hat vor kurzem in einem Fernsehinterview eine spannende ldee formuliert:

Wahre Demokratie wäre, wenn immer nur die direkt Betroffenen abstimmen dürften.

(Wer von uns kann von hier aus abschätzen, was Stuttgart 21 bedeutet? -Trotzdem durften wir

abstimmen. Wer kann sich in Stuttgart ein Bild vom geplanten Naturpark Nordschwarzwald

machen? - Trotzdem beschließt die Landespolitik so ein Projekt. )

Andersherum:

Der Bürgerentscheid aus dem letzten Jahr ist zu akzeptieren und zu respektieren.

Aber sind wir nicht flexibel oder intelligent genug, uns noch weitere Möglichkeiten zu überlegen,

um auf die Ängste und Bedenken der DIREKT Betroffenen einzugehen?

Es sei grundsätzlich erlaubt, das Prozedere eines Bürgerentscheids in einer so

gesundheitsrelevanten Frage zu prüfen:

Warum versuchen wir beispielsweise nicht, die ldee Heiner Geisslers  aufzunehmen?

Es sollen immer nur die entscheiden, die wirklich direkt betroffen sind?

lch fände das nicht nur für die Engelsbrander Windkraftproblematik eine spannende ldee ;-)

lch rede nicht von den ganzen kleinen Entscheidungen, die eine Verwaltung tagtäglich zu treffen

hat. Unser Gemeinderat wird dadurch also nicht in Frage gestellt.

Aber es gibt (lebens-)einschneidende, gesundheitsrelevante und riskante Unternehmungen,

wie eben das Aufstellen von ca.200m hohen Windrädern in einem sehr sehr kritischen Abstand

zu Wohnhäusern.

Wer möchte sich hinstellen und ernsthaft behaupten, dass die geäußerten Ängste (die

hauptsächlich aus der Ärzteschaft kommen!) nicht stimmen?

Wer möchte behaupten, dass lmmobilienpreise stabil bleiben?

lch finde das relativ vermessen und riskant.

Könnten wir uns darauf einigen, dass die Preise für die betroffenen Häuser auf keinen Fall

steigen? Können wir uns auch darauf einigen, dass für die betroffenen Häuser beziehungsweise

Familien eine Ruhestörung eintreten wird; dass Schattenwurf ein Problem sein kann?

Bleibt also bei allen Themen ein Risiko oder sogar eine jetzt schon wissentliche Einschränkung

der Lebensqualität. (Natürlich wird die jetzige Ruhe durch die Windräder im geplanten geringen

Abstand ein großes Problem sein, aber:

"Was kümmern mich die Gemeindemitglieder, die in nächster Nähe zu den Windrädern wohnen?

lch bin weit genug weg, ich höre sicher nichts !")

Es wäre schade, wenn wir so miteinander umgehen würden, oder? t)

Gesundheitlich unbedenklich? Wer möchte öffentlich für diese Aussage gerade stehen ?

lch glaube, dass bei zu geringem Abstand ein sehr sehr  großes Restrisiko bleibt.

Ebenso wenig können wir sagen, dass die Windräder wirtschaftlich arbeiten. (Der größte Windpark

in BW, die Anlage in Simmersfeld, ist seit dem Start weit unter den Berechnungen ! Sie

erwirtschaftet nicht einmal 60% der Planungszahlen*, die Investoren  müssen auf lhre Rendite

verzichten, der Betreiber äußert selbst Bedenken für die Finanzierung, falls der Trend die nächsten

Jahre anhält. Selbst im BESTEN Jahr produzierte die Anlage ca. 30% weniger als die berechnete

Strommenge!*)

Trotzdem bin ich für Windkraft und finde, dass auch eine nicht ganz so wirtschaftlich arbeitende

Anlage lhre Berechtigung haben kann. Dann aber bitte nicht mit den ganzen Risiken, die

entstehen, wenn diese Anlagen zu NAH an Wohnhäusern stehen.

lch komme aus dem Schwarzwald und kenne Simmersfeld sehr gut.

Von meiner früheren Heimat (Zwerenberg) sieht man die Simmersfelder Windräder.

Ok, es gibt Schöneres! Aber damit müssen die Gemeinden um Simmersfeld herum leben

(und die Anleger ohne Rendite).

Wären nun diese unwirtschaftlichen Simmersfelder Windräder in solcher Nähe zu Wohnhäusern

gebaut worden, wie das jetzt bei uns geschehen soll, hätten sich durchaus ähnliche Fragen wie bei

uns in Engelsbrand aufgedrängt:

Wer übernimmt die Verantwortung für gesundheitlichen Risiken, falls die Engelsbrander

Windräder wie geplant gebaut werden?

Wer ersetzt den Wertverlust durch fallende lmmobilienpreise der Häuser in nächster Nähe?

Mit all den Fakten, die es mittlerweile (von hunderten anderen Anlagen) gibt, fällt es mir schwer,

den geplanten Windrädern (am jetzigen Standort) meine Akzeptanz zu geben.

Wenn wir Windkraft wollen und gleichzeitig die Risiken für die direkt Betroffenen absolut

reduzieren möchten, MUSS ein größerer Abstand eingehalten werden.

Wenn es aufgrund größerer Abstände kein Risiko für die Gesundheit mehr gibt, bin ich dafür

auch bereit, optische Einbußen hinzunehmen.

lch akzeptiere auch eine nicht ganz so wirtschaftliche Anlage, sofern sichergestellt ist, dass es keine

Restrisiken gibt.

lch finde, das sind wir den Bewohnern Engelsbrands schuldig, die wirklich direkt betroffen sind.

Atomausstieg JA - Windkraft JA - (gesundheitliches und finanzielles) Risiko für die unmittelbar

betroffenen Familien? NEIN

Soll die Gemeinde sich nun spalten, weil die Betroffenen sich nun (zu Recht) formieren, um

Widerstand zu leisten? NEIN

Nutzen wir doch bitte ALLE unseren gesunden Menschenverstand und suchen nach einer für

ALLE  risikolosen Variante.

Entweder einen anderen Standort (an dem die 8 -10 fache Höhe des Windrades als

Abstandsregel zu den ersten Häusern) angewendet werden kann und falls es diese Alternative

nicht gibt: Verzicht auf die Windräder!

Bitte jetzt keine Einwände, dass die Windräder theoretisch auch ohne die Gemeinde gebaut werden

könnten.

Das kann faktisch richtig sein, ändert aber nichts daran, dass sich der Widerstand trotzdem formiert

und die Argumente dadurch nicht entkräftet werden.

Denn so lange es direkt Betroffene gibt, ist es irrelevant, gegen wen der Widerstand sich richtet.

Es geht um die Sache (größerer Mindestabstand zur Bebauung) und die Risiken für die

Gesundheit der Betroffenen. (Die Liste ist lang, Geschädigte gibt es leider schon genug.)

lch würde mir wünschen, dass die Gemeinde nochmals richtig in die Diskussion einsteigt und

versucht, die Interessen  ALLER Gemeindemitglieder Ernst zu nehmen.

Es geht um sehr große Einschränkungen und Risiken, so einschneidend, dass wir uns die nötige

Zeit nehmen sollten.

Total egal, ob es dann weniger Profit gibt oder nicht!

Es geht um das höchste Gut das wir haben:

 

Gesundheit und eine Iebenswerte Zukunft für ALLE Gemeindemitglieder!

Deshalb fordere ich, einen Standort zu suchen, der einen Mindestabstand von 1600-2000m zum ersten Haus einhalten kann. Ein Wunsch wäre darüber hinaus, dass JEDER, der aktiv für die Windkraft ist, sich mit den beteiligten Familien an einen Tisch setzt und die zahlreichen Fakten diskutiert. Hauptsächlich die Fakten der ganzen Risiken. Fakten, die den Rahmen hier umfangsmäßig sprengen würden. lch bin der Überzeugung, dass wir es dann schaffen, gemeinsam eine Lösung zu finden, die auf die betroffenen Familien Rücksicht und lhre Ängste wirklich Ernst nimmt. Wäre doch toll, wenn wir am Ende eine Art "Große Koalition" aus Befürwortern und Kritikern hinbekommen, die es geschafft haben, eine für ALLE Gemeindemitglieder risikolose Windradlösung zu finden .

Respekt voreinander ist ein hohes Gut, das wir täglich verteidigen sollten.

Respektlosigkeit hingegen produziert Stress und Arger bis hin zu persönlichen Anfeindungen. lch schätze die Gemeinde Engelsbrand und deren Einwohnermix und ich habe gute Bekannte und Freunde, die sowohl dafür als auch gegen die Windräder sind.Wenn ich mich da so umschaue, bin ich aber der festen Überzeugung, dass wir bei respektvollem Umgang miteinander eine Lösung finden können. Intelligenz  scheint mir da in ausreichender Menge vorhanden zu sein l)

Gruß Jörg Schauer

(Der dagegen ist, obwohl er eigentlich dafür ist ;-))

 

*siehe Stuttgarter Nachrichten.d e vom 26.4.2O1 1

 

 

18.7.2013


Juwi-Vorstand wegen Korruption angeklagt

Unter dieser Überschrift berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 15.Juli 2013 auf Seite 24 über die von der Staatsanwaltschaft Erfurt erhobene Klage gegen den Gründer und Vorstand des Windkraftentwicklers juwi. Angeklagt wird auch ein Politiker aus Thüringen, der 80.000,-- € dafür erhalten haben soll, daß er Kommunalpolitiker davon überzeugt, Flächen für Windräder auszuweisen und dabei mit juwi zusammenzuarbeiten.

Juwi ist auch in Engelsbrand als Projektentwickler für die geplanten Windräder aktiv. Gemeindeverwaltung, Gemeinderat und die Energiegenossenschaft haben sich mit einem Unternehmen eingelassen, dem die Erfurter Staatsanwaltschaft Vorteilsgewährung vorwirft.

Aufgeklärte Korruptionsfälle zeigen seit Jahrzehnten, daß es sich nicht um Einzelvergehen handelt, sondern daß Bestechungen und Vorteilsgewährungen systematisch und in großem Stil vorgenommen werden. Verschärfend kommt bei juwi hinzu, daß Korruption nicht in nachgelagerten Führungsebenen oder einzelnen Unternehmensbereichen auftritt, sondern von der Unternehmensspitze ausgeht. In der Managementszene greift man zur Kennzeichnung dieses Sachverhalts gerne auf die altbekannte Redewendung „Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken“ zurück.

Laut Transparency International gibt es die meisten Korruptionsfälle auf kommunaler Ebene. Selbstverständlich gilt bis zum Beweis des Gegenteils jeder Verhandlungs- und Vertragspartner der juwi als unschuldig. Dennoch müssen sich diejenigen in Engelsbrand kritische Fragen stellen lassen, die das Windradprojekt mit unnötigem Zeitdruck und gezielter Informationssteuerung durchpeitschen wollen:

-       Wieso war vor dem Bürgerentscheid von einem Abstand von 960 m von der Wohnbebauung die Rede, während im Teilflächennutzungsplan von 700 m ausgegangen sind?

-       Wieso soll es kaum neutrale Gutachten geben, sondern überwiegend nur vom der Korruption angeklagten Entwickler juwi in Auftrag gegebene (Wes Brot ich eß, des Lied ich sing)?

-       Warum beschließt der Gemeinderat am 3.4.2013 einen Gestattungsvertrag mit  juwi, anstatt die Entscheidungshoheit bei der Gemeinde zu belassen?

-        Wieso wird im Teilflächennutzungsplan unter Punkt 6.3.1 nur die Geräuschimmission einer Windkraftanlage beurteilt, mit der angeblich der Grenzwert nach TA Lärm bei Nacht eingehalten werden kann? Am Sauberg sollen aber drei Windkraftanlagen entstehen.

Das ist nur ein Bruchteil von Fragen, die besorgte und betroffene Bürgerinnen und Bürger umtreibt. Sie alle erwarten ehrliche Antworten und hoffen, daß juwi in Engelsbrand nicht den üblen Weg der Vorteilsgewährung beschritten hat.

Prof. Dr. Hans-Manfred Niedetzky

 

http://www.transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Verwaltung/Handreichung_Kommune/Checkliste_SelfAudits_Kommunen_2013.pdf

 

 

11.07.13 Leserbrief

 

Standortpolitischer Unsinn von Windenergieanlagen wird nun

auch von Bundesländern erkannt

Nicht nur über 1000 Bürgerinitiativen sondern auch die Bundesländer erkennen mittlerweile, dass beim Bau von Windrädern und

Windparks häufig, wie auch in Engelsbrand zu befürchten, stand-

ortpolitischer Unsinn betrieben und die Betroffenheit der Bürger

nicht ausreichend berücksichtigt wird.

ln vielen Gemeinden wird versucht den Bau von Windenergie-

anlagen durchzupeitschen in dem den Bürgern suggeriert wird, wer

nicht für Windenergieanlagen ist, der ist für Atomkraft

Gesetzeslücken oder alte gesetzliche Regelungen werden hierbei

rücksichtslos ausgenutzt. Wie auch in Engelsbrand werden die Ab-

stände zu Wohngebieten viel zu knapp bemessen.

Dies wird mittlerweile auch von Bundesländern erkannt.

Bayern und Sachsen wollen sich im Bundesrat für einen größeren

Abstand zwischen Windrädern und Wohngebieten einsetzen.

ln Abhängigkeit von der Höhe der geplanten Windräder soll der Ab-

stand zur Wohnbebauung das 10-fache betragen. Für Engelsbrand

würde dies einen Abstand von ca. 2000 m bedeuten. Der Standort

Engelsbrand wäre wohl somit für einen Windpark völlig unbrauchbar.

Auch Bürgermeister und Gemeinderat können sich diesen Sachverhalten nicht verschließen und sollten Fakten und Tendenzen wie

geplante Subventionskürzungen und zu gering ausgelegte Mindest-

abstände im Flächennutzungsplan, neutral in Ihre Aktivitäten einfließen lassen.

,,Bettelbriefe" an die Landesregierung, wie sie jüngst wegen geplanter Subventionskürzungen und der vermutlich daraus resultierenden Unwirtschaftlichkeit eines Windparks in Engelsbrand

geschrieben wurden, sind ein Schlag ins Gesicht all derer; die den

Windpark in Engelsbrand als standortpolitischen Unsinn betrachten. Von Neutralität kann hierbei jedenfalls nicht mehr gesprochen werden.

 

Nachfolgend Links zum Bericht des Länderspiegels von dieser

Woche in der ZDF Mediathek und einem Interview mit Horst Seehofer vom bayerischen Rundfunk.

 

http://www.zdf .de /ZD Fmediathek/beitrag/video/L937 5a2/#/beitrag/video/L937 5 42/Windkraft-Mindestabstand-zu -Wohnhaeusern

 

htt p ://www. br.de/nachric hten/windkraft-windraeder-seehofer-100.html

 

Thomas Kautz, Engelsbrand

 

 

 

01.07.13   Leserbrief

Leider erschienen im Engelsbrander Gemeindeblatt

in der Vergangenheit hauptsächlich nur ,,rosige" Pro-Argumente

von Windkraftanlagen. Mittlerweile sind von über 1000 Bürger-

initiativen ,,gegen Windkraftanlagen" Beiträge von Betroffenen im

Internet veröffentlicht. Nachfolgend daraus nur ein winziger Bruch-

teil zum Thema ,,Wertverlust durch Windkraftanlagen":

 

Die Bewohner ländlicher Regionen werden zunehmend von der

Nutzung der Windenergie betroffen. Die Errichtung von Windkraft-

anlogen bringt einschneidende Eingriffe in das Landschaftsbild und

in die Lebensqualität jedes einzelnen Anwohners. Die These, dass

sich diese Beeinträchtigungen auch im Verkehrswert der Häuser

und der Grundstücke niederschlagen, liegt also nahe.........

 

Die Werteinbußen belaufen sich auf bis zu 30 %. Einige Makler sehen
sich zu keinen Angaben in der Loge, weil die Häuser schlicht-

weg nicht mehr zu verkaufen sind. Selbst einzelne Windröder sind

verkaufserschwerend, Windparks Anlagen machen die Immobilien

fast unverkäuflich. Dass in einigen Fällen Immobilien unverkäuflich

werden, zeigte auch eine Umfrage unter 100 Maklern. (,,Welt am

Sonntag,, vom 4.11.2007)......Geht man von einem Wertverlust von

20-30% aus, verliert man bei einem Immobilienwert von 200.000

EUR 40.000 - 60.000 EUR. Dies ist oft der Betrog in Höhe des Eigenkapitals, der in einer Immobilie steckt. Solche Zahlen tauchen in keiner Statistik zu den Kosten der Windkraft auf.....

 

Ein Forschungsprojekt der Universität Frankfurt am Main, durchgeführt von Prof. Dr. Jürgen Hasse, kommt zu dem Schluss, dass

Windkraftanlogen in der Nähe von Wohngebieten die Lebensqualität der Anwohner nachhaltig verändern.

Als Folge der Beeinträchtigung der Lebensqualität sinkt der Verkehrswert der Immobilien signifikant. Immobilienmakler bestätigten im Rahmen der Studie Wertverluste bei Immobilien in Höhe

von durchschnittlich 20 bis 30 Prozent durch die Errichtung von

windkraftanlagen mit Einfluss auf Wohngebiete. Im Einzelfall

droht gar die völlige Unverkäuflichkeit.

wertmindernde Gründe für die Immobilien sind: Geräuschimmissionen, Infraschall, der möglicherweise für Zunahme von

Herz-Kreislauferkrankungen bei Menschen, die in der Nähe von

Windkraftanlagen leben, verantwortlich ist, Schattenwurf, Unruhe

durch die drehenden Rotoren sowie die Verschandelung der Landschaft und der unwiederbringliche Verlust des Erholungswertes der

Natur........

Quellenangaben: Gesetz zur Änderung des Landesplanungsgesetzes, Bewertungsgesetz i. d. F. vom
1. 2. 1991, zul. geändert durch

Ges. vom 19.12. 2000, Richtlinien für die Bewertung des Grundvermögens; Prof.Dr.Jürgen Hasse: Der Einfluss von Windkraftanlagen auf den Verkehrswert bebauter Wohngrundstücke, Johann

Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main.

 

.......... Unter einer Artikelüberschrift ,,Wenn Anwohner sich enteignet fühlen..." heißt es: ,,...Die eigene Immobilie, oft über Jahrzehnte finanziert, verliert von einem Tag auf den anderen drastisch on

Wert und ist plötzlich totes Kapital. Selber wohnen möchte man dort

nicht mehr, verkaufen geht auch nicht - und wenn, dann nur mit

existenzbedrohendem Verlust. Entschädigungen gibt es selten, viele

Anwohner fühlen sich "enteignet".... "...Vielerorts stehen Windkraftanlagen und verderben mit ihrem stetigen Rotorengeräusch stille

Sommerabende. Klagen, Gegenklagen, einstweilige Verfügungen,

jahrelange Nervenkriege, Mediationsverfahren und schließlich absolute Unbeweglichkeit in der Sache sind der klassische Verlauf von

Streitigkeiten der unmittelbaren Anwohner gegen Firmen...